Leder ist seit Jahrtausenden ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Wir verwenden es für Schuhe, Handtaschen, Gürtel, aber auch für Möbel oder die Innenräume unserer Autos. Kurz gesagt: Leder ist quasi überall und zumeist handelt es sich um Echtleder aus Tierhäuten. Doch ist das heute noch zeitgemäß? Wir finden: Nein! Es gibt inzwischen zahlreiche Alternativen zu Echtleder, ohne Tierleid, eine große Umweltbelastung oder gesundheitliche Gefährdung für den Menschen. Wir zeigen Dir veganes Leder aus verschiedenen innovativen Materialien, die teilweise kaum von Echtleder zu unterscheiden sind.

veganes Leder

Disclaimer
Wir recherchieren unsere Beiträge mit größter Sorgfalt. Dennoch können wir keine Gewährleistung geben, dass hier genannte Preise und Informationen zum Zeitpunkt Deines Besuches noch aktuell sind. Bitte beachte, dass wir auf unserer Seite mit sogenannten Affiliate-Links arbeiten. Klickst Du auf diese Links und bestellst bei unseren Partnershops, erhalten wir eine kleine Provision für unsere Arbeit. Der Endpreis ändert sich dabei für Dich nicht. Wo immer möglich kennzeichnen wir unsere Affiliate-Links mit einem Sternchen (*).

Die Geschichte des Leders

Bereits vor über 100.000 Jahren entdeckten die Menschen der Altsteinzeit die Funktion des Leders als Schutz gegen Kälte oder bei Kämpfen. Da die meisten Tiere ihre Körpertemperatur durch ihre dicke Haut und ihr Fell vor niedrigen Temperaturen hervorragend schützen konnten, entwickelte der Urzeitmensch Möglichkeiten, sich diese Eigenschaften zu Nutze zu machen. Die Haut wurde nach dem Abziehen zunächst langwierig getrocknet und gestreckt, bevor sie anschließend mit Urin und Knochenmark konserviert wurde. Später entwickelten die Ägypter eine erste Technik zum Gerben des Leders. Die Tierhäute wurden mit verschiedenen Ölen wie Sesam oder Akazie behandelt, um sie geschmeidig und haltbar zu machen. Da der Prozess mit großem Aufwand verbunden war, konnten nur wenige Menschen aus der gehobenen Gesellschaft Kleidung und Sandalen aus Leder tragen. Im römischen Reich wurde die von den Ägyptern verworfene Technik der Alaungerbung wieder aufgegriffen. Mithilfe dieses mineralischen Verfahrens gelang es, Leder in großen Mengen zu produzieren und für die militärische Ausrüstung zu nutzen. Mit dem Beginn der Industrialisierung suchte man erneut nach Möglichkeiten, die Gerbung noch weiter zu beschleunigen. 1858 gelang es schließlich Professor Friedrich Knapp die Gerbung mit Chromsalzen zu revolutionieren. Durch die Verwendung dieser speziellen Salze konnte der Gerbprozess auf nur noch wenige Stunden beschleunigt werden. Zudem war es nun möglich, Leder standardisiert herzustellen und maschinell zu verarbeiten. Noch heute wird herkömmliches Leder auf diese Weise produziert. [1]

Lederproduktion in Marokko
Bevor Leder verarbeitet werden kann, wird es oft lange in der Sonne getrocknet.

Tierisches Leder: Kein Abfallprodukt der Industrie

Heute ist Leder das wichtigste Produkt der Schlachthäuser nach dem Fleisch. Über eine Milliarde Tiere werden jedes Jahr für die globale Lederindustrie geschlachtet.[2] Selbst die Felle der Kühe und Kälber aus der Milchindustrie werden zu Leder verarbeitet. Weltweit erzielte die Lederindustrie fast 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020.[3] In Deutschland lag der Umsatz im Jahr 2021 bei etwa 2,6 Milliarden Euro.[4] Der weit verbreitete Irrglaube, bei Leder handele es sich um ein Abfallprodukt der Tierindustrie, stimmt somit nicht. Das Leder macht das Geschäft mit dem Fleisch und der Milch erst richtig lukrativ und nicht ohne Grund ist das brasilianische Unternehmen JBS nicht nur das größte Schlachthaus, sondern mit dutzenden Gerbereien auf dem gesamten Globus zugleich der größte Lederproduzent der Welt.[5]

Leder verursacht Tierleid

Die Gewinnung von Leder ist meist mit erheblichem Tierleid verbunden. Der überwiegende Teil der weltweit verarbeiteten Tierhäute stammt von Kühen, Büffeln oder Kälbern. Aber auch die Haut von Pferden, Schafen, Ziegen und Schweinen wird verwendet. Sie werden oft in viel zu kleinen Ställen gehalten, wo ihnen jegliches natürliches Verhalten verwehrt wird. Schmerzhafte Brandzeichen, gestutzte Schwänze und gekürzte Hörner sind nur einige Beispiele aus der typischen Massentierhaltung.[5]

Lederindustrie Tierleid
Mit einem heißen Brandeisen wird den verängstigten Tieren ein Brandzeichen verpasst. © PETA / Repórter Brasil

Da der überwiegende Teil des Leders in Ländern mit mangelndem Tierschutz wie Indien, China, Brasilien oder Bangladesh hergestellt wird, leiden die Tiere zusätzlich unter dem Transport und der Schlachtung. Laut Tierschutzorganisation PETA werden alte, kranke und verletzte Rinder oft eng zusammengepfercht auf Lastwagen gedrängt und zu weit entfernten Schlachthöfen transportiert. Auf den holprigen Straßen verletzen sich die Tiere mit ihren spitzen Hörnern und Hufen oft gegenseitig. In den behelfsmäßigen Schlachthäusern angekommen, werden den wehrlosen Tieren alle vier Füße zusammengebunden und ihre Kehle gewaltsam und ohne Betäubung durchgeschnitten. 

Auch Exoten wie Krokodile oder Schlangen werden für vermeintliches Luxusleder getötet. Großen Schlangen wie Pythons wird ein Schlauch in den Mund eingeführt, um die Tiere mit Wasser vollzupumpen. damit sich die Haut löst. Die Schlangen sind oft noch bei vollem Bewusstsein, wenn sie mit Haken oder Nägeln durch den Kopf an einen Baum geschlagen und ihnen die Haut vom Körper gezogen wird. Sie winden sich noch, wenn ihre gehäuteten Körper auf einen Haufen geworfen und zurückgelassen werden, bis sie schließlich an Schock oder Wassermangel sterben, was bei Reptilien mehrere Tage dauern kann.[5]

Übrigens können auch Katzen und Hunde Opfer der Lederindustrie werden. In China werden schätzungsweise jedes Jahr etwa 2 Millionen Tiere wegen ihrer Haut und ihres Fells getötet. Da es keine umfassenden Kontrollen und Kennzeichnungsrichtlinien gibt, gelangen auch diese Häute in den europäischen Handel.[5]

Leder zerstört die Umwelt

Die Lederproduktion bedeutet nicht nur schreckliches Tierleid, sondern hat auch verheerende Folgen für das Weltklima. Die vielen Tiere in der industriellen Haltung stoßen riesige Mengen klimaschädliches Methan aus und sie werden zudem häufig mit Soja gefüttert. Für dessen Anbau werden unvorstellbar große Flächen tropischer Regenwälder zerstört – geschätzt jede Minute etwa eine Fläche so groß wie drei Fußballfelder. Der Amazonas-Regenwald hat laut neueren Studien bereits seine Fähigkeit verloren, den menschlichen CO2-Ausstoß zu kompensieren und trägt inzwischen höchstwahrscheinlich zur Erwärmung des Planeten bei. Die Zerstörung des Regenwaldes ist aber nicht nur extrem klimaschädlich, sondern vernichtet auch zahlreiche bisher unentdeckte Tier- und Pflanzenarten.[6]

In den Gerbereien werden die Häute zudem unter enorm hohen Wasserverbrauch und mit dem Einsatz giftiger Chemikalien weiterverarbeitet. Die Behauptung, Leder sei ein Naturprodukt, lässt sich damit widerlegen. Besonders gefährlich ist die Verwendung von schwer recycelbarem Chrom, das heute in 85 Prozent der weltweit vermarkteten Lederprodukte genutzt wird. Gerbereizusätze wie Formaldehyd, Schwefelsäure oder Natriumsulfat aber auch andere Schadstoffe wie Proteine, Haare, Salze, Kalkschlamm, Sulfide und Säuren belasten die örtlichen Gewässer zusätzlich. Die giftige Schlicke wird nach Gebrauch häufig ungeklärt in der Natur entsorgt und zerstört so dauerhaft Lebensräume für Menschen und Tiere.[5]

Giftiges Abwasser Lederproduktion
Die giftigen Abwässer der Gerbereien landen oftmals ungeklärt in Flüssen und Trinkwasserversorgungen.

Leder macht krank

Der überwiegende Teil der Lederproduktion findet in Niedriglohnländern statt, wo es weder ausreichenden Tier- und Umweltschutz noch einen funktionierenden Arbeitsschutz gibt. Die Menschen müssen ohne jegliche Sicherheitskleidung mit den stark chemischen Gerblaugen arbeiten und beziehen häufig auch ihr Trinkwasser aus den verseuchten Flüssen. Viele Menschen, die in den Gerbereien arbeiten oder in deren Nähe leben, leiden an schweren Erkrankungen wie Hautausschlägen, Asthma, Lungenkrebs oder Leukämie.[5] 

Auch das Tragen von Leder kann gesundheitsschädlich sein. Bei der Gerbung mit Chrom III kann das krebserregende und allergieauslösende Chrom VI entstehen, das weltweit regelmäßig in Lederprodukten wie Schuhen, Taschen oder Jacken nachgewiesen wird – übrigens auch in Produkten auf dem deutschen Markt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Darum sind Bio-Kühe und pflanzlich gegerbtes Leder keine Lösung

Die Liste an Nachteilen von Echtleder ist lang. So überrascht es kaum, dass die Lederindustrie immer wieder versucht, sich ein grüneres Image zu verschaffen. Zum Beispiel gibt es inzwischen Lederprodukte von Bio-Kühen. Die Tiere haben allerdings nur unwesentlich mehr Platz zur Verfügung als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen und auch ihr Leben endet vorzeitig und in denselben Schlachthöfen wie herkömmlich. Das Gerben mit pflanzlichen Gerbstoffen mag zwar den Chemikalieneinsatz reduzieren, allerdings verbrauchen diese Prozeduren deutlich mehr Zeit und Energie. Auch die verwendeten Pflanzen wie Mimosa, Quebracho oder Rhabarberwurzel sind nur in geringer Anzahl verfügbar und für den Industriebedarf damit nicht geeignet. Übrigens hier auch der Hinweis, dass “Rhabarberleder” keineswegs ein veganes Leder ist, sondern die Bezeichnung sich auf den zur Gerbung verwendeten Extrakt der Rhabarberwurzel bezieht. [5]

Eine wichtige Sache lösen neue innovative Gerbverfahren und eine verbesserte Tierhaltung zudem nicht: Für die Produktion von Echtleder müssen Tiere sterben. Es ist nicht möglich, dass tierisches Leder ohne den Tod des Tieres erhalten wird. Das verbundene Tierleid und die ökologischen Auswirkungen der Tierhaltung selbst sind das eigentliche Problem der Branche.

Was ist veganes Leder?

Veganes Leder ist vollkommen frei von tierischen Bestandteilen und basiert auf synthetischen oder pflanzlichen Materialien. Während klassisches Kunstleder anfangs noch als billiger Lederersatz belächelt wurde, lassen sich einige Faux Leder heute selbst von Experten kaum noch von ihren echten Vorbildern unterscheiden. Eine wachsende Zahl von Schuhen, Taschen, Gürteln aber auch Interieurs in Autos wird inzwischen tierleidfrei produziert. Tendenz steigend. Das wachsende Umweltbewusstsein der Menschen durch den Klimawandel sowie immer mehr Aufklärung über industrielle Tierhaltung und ihre Folgen werden diesen Trend auch in Zukunft ziemlich sicher weiter verstärken.

Die besten veganen Lederalternativen

Wie bei der veganen Ernährung wächst das Interesse an nachhaltigen Alternativen ohne Tierleid. So überrascht es kaum, dass immer mehr neuartige Materialien erschaffen werden, die nicht nur ähnliche Eigenschaften wie Leder haben, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen. Wir zeigen Dir spannende Innovationen für veganes Leder und stellen Dir ausgewählte Produkte aus diesen Materialien vor. Los geht’s!

Kunstleder: PU-Leder & recyceltes Leder

Vor allem im High Fashion Bereich ist Kunstleder immer mehr gefragt. Polyurethane (PU) sind eine Gruppe von Kunststoffen, die besonders häufig eingesetzt werden. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Chemiker Otto Bayer entdeckt und gelten als besonders vielseitig. Durch ihre robusten, flexiblen, leichten und isolierenden Eigenschaften werden sie nicht nur im Modebereich eingesetzt, sondern auch beispielsweise in der Bau- und Möbelindustrie. Kunststoffe stehen allerdings berechtigt in der Kritik. Sie basieren in der Regel auf der fossilen Ressource Erdöl und werden unter hohem Energieaufwand und dem Einsatz giftiger Stoffe produziert. Auch ihre Entsorgung ist oft problematisch. Spannend: Laut Higg MSI-Index, einem neuen Instrument zur Messung der Nachhaltigkeit von Unternehmen, schneidet PU-Leder trotz all seiner Nachteile viermal besser ab als echtes Leder. Nicht zu empfehlen ist übrigens Kunstleder aus PVC, das ist zwar vegan, wird aber wegen der enthaltenen Weichmacher vom Bundesumweltamt als „gesundheitsgefährdend“ eingestuft. Eine bessere Wahl hingegen sind Recycling-Kunststoffe aus zum Beispiel wiederverwerteten PET-Flaschen wie die Laufschuhe vom portugiesischen Label NAE Vegan Shoes.[7]

Sandro Sneakers veganes Leder PET NAE Vegan Shoes
Die veganen Lauf-Sneakers “Sandro” von NAE Vegan Shoes werden aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. © NAE Vegan Shoes

Übrigens sind nicht alle Kunstleder immer vegan. Einige Materialien können Klebstoffe mit tierischen Bestandteilen enthalten – achte deshalb auf die genaue Bezeichnung und Zertifikate. Generell kann Kunstleder jedoch eine ökologische Alternative zu tierischem Leder sein, zumindest bis pflanzliche Leder auch in großen Stückzahlen produziert werden können. Falls möglich solltest Du aber auf veganes PU-Leder mit Recyclinganteil zurückgreifen oder Dich für eine der folgenden pflanzlichen Lederalternativen entscheiden.

Ananasleder (Piñatex)

Ananasleder, welches auch unter dem Markennamen Piñatex bekannt ist, wurde von der spanischen Designerin Carmen Hijosa erfunden. Um das vegane Leder herzustellen, werden die Fasern der Ananasblätter verwendet, die sowieso bei der Ananasernte anfallen. Für den Anbau müssen also keine zusätzlichen Energie- oder Wasserressourcen aufgewendet werden und die Bauern erhalten noch eine weitere Einnahmequelle. Auch nachdem die Fasern aus den Blättern entnommen wurden, können die Überreste als Biodünger verwendet werden. Anschließend werden die Fasen mit Polymilchsäure (PLA) auf Maisbasis beschichtet, sodass ein Lederimitat entsteht. Wegen der Beschichtung ist das Material aktuell noch nicht 100% biologisch abbaubar. Ananasleder ist sehr robust und kann über Jahre ohne jegliche Abnutzungserscheinungen im Einsatz sein. Außerdem ist es umweltschonend, denn eigentlich wird nur die Ananasfrucht vom Ananasstrauch genutzt. Dank des Ananasleders erhalten aber auch die Blätter ein zweites Leben und werden somit nicht unverbraucht weggeschmissen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Herstellung relativ preiswert ist. Dadurch ist Ananasleder eine hervorragende Alternative zum klassischen Leder. Achte jedoch darauf, das vegane Leder regelmäßig zu pflegen, damit es weich und flexibel bleibt. Zahlreiche Produkte aus Piñatex wie Schuhe, Taschen, Gürtel und mehr findest Du zum Beispiel im Avocadostore.

veganes Leder Ananasleder Pinatex
Die vegane Lederalternative Piñatex ist vielseitig einsetzbar. © Piñatex

Veganes Leder aus Pilzfasern

Pilzleder wurde von der Berliner Designerin Nina Fabert von Zvnder entwickelt. Der Zunderschwamm “Fomes Fomentarius” ist eine Parasit, der an geschwächten Bäumen wie Birken und Buchen, sowie an Totholz wächst. Der nachwachsende Rohstoff wird kontrolliert in Rumänien geerntet und verarbeitet. In einem aufwendigen Verfahren wird der Pilz bis zu ein Jahr getrocknet, anschließend geschält und von Hand weiter verarbeitet. Das Material mit dem Markennamen FUNGISKIN ist organisch, vegan sowie gluten- und chemikalienfrei. Durch seine natürliche Maserung ist jeder Zentimeter dieses veganen Leders ein echtes Unikat. Es fühlt sich samtig-weich und schon beinahe filzartig an. Durch sein geringes Gewicht und seine antiseptischen und antibakteriellen Eigenschaften eignet sich Pilzleder auch ideal für Schuhe. So entstand gemeinsam mit der deutschen Brand nat-2 der erste vegane Sneaker aus Pilzleder. Weitere Beispiele für Pilzleder sind MycoWorks und MuSkin.

veganes Leder Pilzleder Zvnder
Veganes Leder aus Pilzen von Zvnder. ©.Zvnder
nat-2 Fungi Sneaker veganes Leder Pilzleder
Vegane Sneaker aus Zunderschwamm von nat-2.© nat-2

Veganes Leder aus Kombucha

Achtung: Es gibt ein weiteres Gewebe, welches sich ebenfalls als Pilzleder bezeichnet: Kombucha. Durch ein spezielles Verfahren, wo Essigsäurebakterien eine Symbiose mit verschiedenen Hefen eingehen, wird Pilzgewebe gewonnen. Es ist für seine reißfesten Eigenschaften bekannt und erhielt seinen Namen aufgrund der Kombuchapilze. Entwickelt wurde das Kombucha Bioleder von der amerikanischen Mode-Designerin Suzanne Lee im Rahmen ihres Projekts BioCouture. Herstellen kann man das vegane Leder sogar selbst aus einem Mix von Kombucha-Pilzen, Wasser, Zucker, Apfelessig und Grüntee. Diese Zutaten fermentieren und bilden nach einer Weile eine feste Haut, die man abnehmen, trocknen und anschließend nähen kann. Das Material ist allerdings nicht beständig gegen Feuchtigkeit und befindet sich noch der in der Entwicklung.

Vegane Lederjacken aus Kombucha-Pilzen BioCouture Suzanne Lee veganes Leder
Vegane Lederjacken aus Kombucha-Pilzen. © BioCouture, Suzanne Lee

Veganes Apfelleder: Appleskin & Apvelskin

Apfelleder ist eine weitere spannende vegane Lederalternative. Das Material geht einen Kompromiss ein, denn es besteht zum Großteil aus natürlichem Material, enthält jedoch auch ein Bindemittel, das zumeist auf Kunststoff basiert. Zur Herstellung wird ein “Abfallprodukt” der Apfelverarbeitung genutzt. Der sogenannte Trester fällt automatisch bei der Apfelsaftherstellung an und besteht aus einem Gemisch aus Stängeln, Fasern und Schale. Genau diese werden genutzt, um das Apfelleder herzustellen. Zunächst werden sie getrocknet und anschließend pulverisiert. Anschließend wird das Lösungsmittel herausgewaschen, damit das fertige Apfelleder nicht hart und spröde, sondern elastisch wird. Nach dem Waschgang kommt das Apfelleder in einen Ofen mit hohen Temperaturen, um es wetterbeständig und widerstandsfähig zu machen. Zum Schluss erhält das Apfelleder seine dem tierischen Leder nachempfundene Prägung. Entwickelt wurde das Verfahren für die “APPLESKIN” von dem italienischen Unternehmen Frumat mit Sitz in Bozen. Inzwischen fertigen jedoch auch andere Hersteller nach ähnlichen Prinzipien Apfelleder an, die sich nach dem “Fruchtgehalt” und dem Verhältnis an Zusatzstoffen unterscheiden. Je nach Hersteller kann zum Beispiel Polyurethan (PU) als Bindemittel eingesetzt werden wie im „APVELSKIN“-Apfelleder des Start-Ups Take a shot, oder ein biologisch abbaubarer Kunststoffersatz.[8]

veganes Leder Apvelskin Take a Shot Apfelleder
Das vegane Leder “APVELSKIN” von Take a Shot ist 100% vegan und besitzt 50% Fruchtgehalt. ©Take a Shot

Veganes Weinleder

Der Name „Weinleder“ ist vielleicht etwas verwirrend, denn Wein hat nur bedingt etwas mit der veganen Ledervariante zu tun. Stattdessen sind Weintrauben der heimliche Star. Bei der Herstellung von Wein fallen Weintraubenschalen, Stiele und Kerne an, die nicht weiterverarbeitet werden. Meist werden sie als Futtermittel eingesetzt, allerdings hat sich eine italienische Firma 2014 gedacht, dass es doch wohl noch einen anderen Verwendungszweck gibt. Nach viel Tüftelarbeit wurde das Weinleder ins Leben gerufen. Heute wird es unter Namen wie Weinleder, Wineleather oder Wine Leather vertrieben. Praktisch ist, dass bei der Herstellung weder Chemikalien noch Unmengen an Wasser zum Einsatz kommen. Stattdessen ist Weinleder sehr umweltschonend und hervorragend für die Modeindustrie geeignet. Immerhin kann das Material in Hinblick auf Gewicht, Stärke und Elastizität variieren, sodass es perfekt den eigenen Bedürfnissen angepasst wird. Gerade deshalb zählt Weinleder aktuell zu einer der beliebtesten veganen Ledersorten. Auch das italienische Label Noah Italian Vegan Shoes hat vor kurzem seinen ersten veganen Sneaker aus Weinleder gelauncht.

vegane Sneaker Sammy Noah Italien Vegan Shoes Weinleder veganes Leder
Die veganen Sneaker “Sammy” vom italienischen Label Noah Italian Vegan Shoes werden aus dem neuartigen Weinleder hergestellt. © Noah Italian Vegan Shoes

Veganes Leder aus Kakteen

Beim Kaktusleder piekt nichts mehr, obwohl das Faux Leder tatsächlich aus einem Kaktus hergestellt wird. Um genau zu sein: dem Nopal-Kaktus. Es ist nicht überraschend, dass Kaktusleder das erste Mal in Mexiko aufkam. Immerhin hat das Land eine große Varianz an Kakteen vorzuweisen, sodass die Lederherstellung nur eine Frage der Zeit war. Die Produktion ist dabei mit Apfel- sowie Weinleder vergleichbar, denn die Fasern des Kaktus werden getrocknet und ausgetragen. Dadurch formt sich das Leder, welches überaus nachhaltig und praktisch ist. In erster Linie kommt es ohne jegliche Kunststoffe aus, was es umso interessanter für die Herstellung von Modeaccessoires, Polstermöbeln oder Kleidungsstücke macht. Darüber hinaus ist Kakteenleder sehr strapazierfähig. Selbst bei einer täglichen Benutzung geschieht es nicht, dass sich schon bald erste Abnutzungserscheinungen zeigen. Eine der großen Highlights des Kaktusleders ist aber die Farbe. Die meisten Hersteller verzichten auf das Färben, sodass das Leder in verschiedenen Grüntönen strahlt. Jene wirken natürlich und unterstreichen die spannende Herkunft des veganen Leders. Eingesetzt wird Kaktusleder zum Beispiel beim deutschen Label Alma & Lovis oder Gary Mash aus Österreich. Das Start-up City Border hat sich gleich ganz dem Kaktusleder verschrieben und bietet angesagte Geldbörsen und Etuis aus dem stylischen Material. Mehr Infos zum Material findest Du bei DESSERTO.

Kleidung aus veganem Kaktusleder ist atmungsaktiv, widerstandsfähig und kommt gänzlich ohne Kunststoffe aus. © Alma & Lovis
Die Allrounder-Tasche aus Kaktusleder von Gary Mash bietet sechs Tragevarianten. © Gary Mash
Auch City Border hat sich dem Kaktusleder verschrieben und produziert angesagte Geldbörsen und Etuis. © City Border

Veganes Leder aus Kaffee

Bestimmt startest Du den Tag erst einmal mit einer frischen Tasse Kaffee, doch was wäre, wenn Du auch Kaffee tragen könntest? Das war wohl die Idee hinter dem Kaffeeleder, welches nicht aus flüssigem Kaffee hergestellt wird. Stattdessen kommen die Reste von Kaffeebohnen zum Einsatz. Das bedeutet, nachdem Du Deinen Kaffee aufgebrüht hast, haben die Bohnen all ihre Aromastoffe an das Wasser abgegeben. Es ist also nicht möglich, dass Du die Kaffeebohnen mehrfach verwendest. Tust Du das doch, wird der Kaffee immer wässriger schmecken. Statt den Kaffeesatz aber einfach wegzuwerfen, wird er beim Kaffeeleder erneut verwendet. Die Reste der Kaffeebohnen werden gemeinsam mit Kaffeeblättern sowie Naturkautschuk gemischt. Anschließend entsteht die vegane Lederalternative, welche am ehesten mit Wildleder vergleichbar ist. Kaffeeleder ist Wildleder sogar so ähnlich, dass Du kaum einen Unterschied feststellen wirst. Spannend: Das vegane Leder besteht nicht nur aus Kaffeebohnen, sondern es duftet auch danach. Magst Du also den Geruch von Kaffee, dann ist Kaffeeleder die ideale Wahl. Nebenbei ist das Leder sehr robust und haltbar, weshalb es gerade bei der Produktion von Lederschuhen wie der Coffee Line von nat-2 zum Einsatz kommt.

Nicht nur für Kaffeefans: Die veganen Sneaker von nat-2 werden aus Kaffeebohnen hergestellt. © nat-2

Vegane Schuhe aus Bananenleder

Bananen zählen zu einer der beliebtesten Obstsorten, denn sie sind reich an Vitaminen und Nährstoffen. Was die wenigsten aber wissen, ist, dass Bananenbäume nur einmal Früchte tragen. Meist werden die Bäume danach gefällt und die Stämme dem „Müll“ zugeführt. Anschließend pflanzen die Bauern neue Bäume und der Kreislauf beginnt von vorn. Das ist natürlich viel unnötiger Müll, der noch weiterverwendet werden kann. Aus den Fasern des Baums wird deshalb eine Matte gefertigt. Jene kann im Anschluss vielfältig verwendet werden. Im Vordergrund steht die hohe Robustheit. Bereits ohne eine weitere Veredelung fällt auf, dass die Bananenfasern sehr robust sind. Sie werden seit Jahrhunderten zur Herstellung von Seilen genutzt und bleiben somit auch als Leder lange erhalten. Darüber hinaus sind die Fasern von Natur aus wasserabweisend. Sollte das Bananenleder also einmal nass werden, lässt es sich schnell wieder trocknen. Weitere positive Eigenschaften sind, dass das Leder schwer entflammbar und reißfest ist. Tipp: Trägst Du regelmäßig Wachs oder ein anderes wasserabweisendes Mittel auf, bleibt das Bananenleder lange erhalten. Und zum Abschluss solltest Du wohl noch wissen, dass die Lederalternative sogar noch recycelbar ist. Verwendet wird das vegane Leder aus Bananenfasern zum Beispiel in den Innensohlen oder als Futter in den nachhaltigen Sneakers von Genesis Footwear.

Die veganen Sneakers von Genesis Footwear besitzen oft eine Innensohle oder Futter aus Bananenfasern. © Genesis Footwear

Veganes Leder aus Kork

Kork kommt in vielen unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Gerade als Bodenbelag ist die Rinde der Korkeiche sehr beliebt, doch mittlerweile kann aus Kork sogar veganes Leder hergestellt werden. Das Korkleder wird etwa alle acht bis zwölf Jahre abgeschält. Der Baum muss also nicht gefällt werden. Häufig kommt Kork zudem aus dem südeuropäischen Raum wie etwa Portugal und muss somit nicht durch die ganze Welt transportiert werden. Durch die natürliche Maserung des Materials ist jedes Produkt aus Kork ein echtes Unikat. Erhältlich ist es meist in Naturtönen oder in gefärbten Nuancen. Ansonsten bringt Korkleder viele positive Eigenschaften mit. Im Vordergrund stehen die hohe Reißfestigkeit und Stabilität. Kork ist generell für seine hohe Haltbarkeit bekannt, weshalb das Leder keine Ausnahme ist. Du kannst es nähen, prägen, stanzen und vieles mehr, ohne dass es kaputtgeht. Grundsätzlich sind Deiner Kreativität mit Korkleder, welches auch als Korkstoff bezeichnet wird, keine Grenzen gesetzt. Praktisch: Bei vielen alternativen Ledersorten müssen die Kanten individuell bearbeitet werden, da es ansonsten zum Ausfransen kommt. Darüber musst Du Dir bei Kork keine Gedanken machen. Besonders spannend sind vegane Handtaschen und vegane Geldbörsen aus Kork. Nicht zu vergessen ist, dass Korkleder sogar atmungsaktiv sowie wasserdicht ist, ein wahres Allround-Leder. Falls Du mehr über die Vielfalt von Kork als veganes Leder erfahren möchtest, schau am besten beim portugiesischen Label Corkor vorbei. Alle Produkte werden liebevoll in Portugal handgefertigt.

Corkor veganes Leder Kork
Bei Corkor findest Du jede Menge handgefertigte Taschen, Rucksäcke, Gürtel und Accessoires aus Kork. © Corkor

Blattleder aus Teak

Blattleder aus Teak, auch als Teakleder bezeichnet, ist mit Bananenleder vergleichbar. Der Grund ist, dass es nicht aus der Rinde des Teakbaums stammt, sondern aus den Blättern. Der Teakbaum wächst vor allem in Südostasien und wird für die Herstellung von Teakmöbeln gefällt. Die Blätter sind häufig Abfallprodukte, die niemand braucht. Dank des Blattleders erhalten sie aber eine zweite Chance, denn die Blätter sind überraschend robust und widerstandsfähig. Das ist auch der Grund, weshalb sie teilweise zur Abdeckung von Dächern genutzt werden. Als veganes Leder behalten die Blätter diese Vorteile und können somit viele Jahre zum Einsatz kommen. Allerdings ist es wichtig, dass das Blattleder aus Teak gepflegt wird. Immerhin werden die Blätter auf Baumwollstoff gelegt, welcher anschließend mit Wachs behandelt wird. Dadurch entsteht der feste Stoff. Er könnte sich aber lösen, denn das Teakleder nicht immer wieder nachgewachst wird. Das ist aber keine umständliche Arbeit. Eine große Besonderheit, gerade im Vergleich zu anderen veganen Lederalternative, ist die Optik. Da die kompletten Blätter verwendet werden, bleibt das typische Blattmuster zurück. Dadurch wird jedes Produkt zu einem Unikat und umso natürlicher. Erhältlich sind Produkte mit veganem Blattleder zum Beispiel von BELEAF.

BELEAF produziert stylische Taschen und Accessoires aus veganem Blattleder. © BELEAF

Veganes Leder aus Eukalyptus

Eukalyptus ist nicht nur die Futterpflanze der Koalabären, sondern zugleich in der natürlichen Heilkunde sehr beliebt. Jedoch können die Blätter einem weiteren Zweck zugeführt werden: als vegane Lederalternative. Die Fasern für die Herstellung stammen aus den Eukalyptusblättern, welche viele positive Eigenschaften mitbringen. In erster Linie benötigen Eukalyptusbäume zum Wachsen nur geringe Mengen an Wasser, sodass bereits vor der Lederherstellung die Umwelt geschont wird. Danach überzeugt Dich das unübertroffene Festigkeitsprofil. Selbst, wenn Du am Eukalyptusleder reißt und zerrst, geht es nicht kaputt. Es ist sehr langlebig und somit perfekt für Möbelstücke oder Kleidung geeignet, die für die nächsten Jahre regelmäßig im Einsatz sein sollen. Das Eukalyptusleder bringt aber noch mehr Vorteile mit. Es ist schwer entflammbar, lichtecht und abriebsfest. Zudem ist es angenehm weich und benötigt nicht viel Aufwand bei der Reinigung. Somit ist Eukalyptusleder mit klassischem Tierleder auf einem Niveau. Ganz nebenbei: Das vegane Leder hat eine sehr schöne Optik und wird von den meisten Herstellern im natürlichen Mintgrün belassen.

Maisleder

Auf den ersten Blick kannst Du Maisleder nicht von klassischem Leder unterscheiden, denn in dessen Struktur, Festigkeit und Haptik ist es mit dem tierischen Leder gleichauf. Dabei besteht Maisleder nicht aus den Maiskörnern, sondern den Blättern der Maispflanze. Wie bei vielen Ernteprodukten, haben Bauern nur Interesse am Getreide, sodass der Rest der Pflanze entweder weggeworfen oder als Futtermittel verwendet wird. Dabei kann das Blatt der Maispflanze noch mehr. Nach der Ernte wird es zunächst geschreddert und zu einem Brei verarbeitet. Dieser Brei wird anschließend auf einem Canvas-Baumwollstoff ausgestrichen. Nach dem Trocknen und Pressen ist das Maisleder fertig. Von Experten wird es als „CWL“, also Corn Waste Leather, bezeichnet. Der Grund ist, dass das vegane Leder aus 50 Prozent Maisabfällen der Lebensmittelindustrie besteht. Grundsätzlich ist es aber unwichtig, ob es ein Abfallprodukt ist oder nicht. Maisleder bringt viele Vorteile mit und ist äußerst robust. Außerdem kann das Leder ganz den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Ob durch Färben, Schneiden, Nähen, Stanzen oder einen anderen Verarbeitungsschritt. Vegane Schuhe aus Maisleder findest Du übrigens beim Label Ella & Witt.

Die veganen Schuhe von Ella & Witt bestehen aus Maisleder und recycelten PET-Flaschen. © Ella & Witt

Veganes Leder aus Holzfasern

Veganes Leder aus Holz klingt im ersten Moment nicht angenehm, sondern hart und kratzig. Das ist es aber natürlich nicht. Das patentierte Material besteht aus einer Baumwollträgerschicht und mehreren, sehr dünnen Furnierschichten, die auf wasserlöslicher Basis miteinander verklebt werden. Auf der Rückseite wird das weiche Material mit einer mehrlagigen Baumwolle verstärkt, die es gleichzeitig wasserresistent werden lässt. Das vegane Leder aus Holz kann mit einem speziellen Verfahren auch eingefärbt werden. Abschließend wird die Oberfläche mit einem wasserabweisenden Lackspray versiegelt. Das Wooden Leather ist in vier verschiedenen Strukturen erhältlich und wird in verschiedenen Holzarten geliefert, wie etwa Nussbaum, Amerikanischer Ahorn, Europäische Kirsche und Abachi. Mehr Infos zum Material gibt es direkt beim italienischen Hersteller “Nuo” The Wood Evolution. Produkte mit veganem Leder aus Holz gibt es zum Beispiel bei Noah Italian Vegan Shoes oder nat-2.[9]

Die typische Maserung der nachhaltigen Holzblätter wird im veganen Shopper von Noah Italian Vegan Shoes besonders schön sichtbar. © Noah Italian Vegan Shoes
nat-2 Wood Brown Sneaker Holzleder veganes Leder
Die Schäfte der 100% veganen Unisex-Sneaker von nat-2 sind bis zu 90% mit echtem, nachhaltigen Holz überzogen. © nat-2

Papierleder

Denkst Du an Papier, würde Dir kein reißfestes und hochwertiges Material in den Sinn kommen. Stattdessen ist Papier eher dafür bekannt, dass es schnell kaputtgeht. Anders beim Papierleder, wie von den Marken SnapPap oder Tyvek. Zur Herstellung von Papierleder kommt Zellulose zum Einsatz. Jenes wird mit Latex vermischt und anschließend ausgebreitet, damit es trocknen kann. So entsteht zwar auch klassisches Papier, doch durch den Latex ist es extrem reißfest. Insofern musst Du keine Angst haben, dass es bei einer groben Handhabung direkt zu Beschädigungen kommt. Stattdessen werden Dir Produkte aus Papierleder viele Jahre zur Seite stehen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb gerade Taschen und Rucksäcke aus Papierleder hergestellt werden. Neben der hohen Strapazierfähigkeit ist das Material aber auch gegenüber Umwelteinflüssen gewappnet. Anders als klassisches Papier ist Wasser kein Problem. Es perlt einfach vom Material ab, denn das waschbare Papier ist leicht zu pflegen. Zum Aufquellen kommt es nicht. Große Unterschiede zu tierischem Leder sind aber die Optik und Haptik. Papierleder fühlt sich wie Papier an und sieht auch so aus. Das bedeutet, je länger Du das Material benutzt, desto mehr Falten und Knicke entstehen. Das passiert zwar auch bei tierischem Leder, doch bei Papier Leder sind die Falten deutlich sichtbarer. Das macht aber auch den Charme des Materials aus. Praktisch: Papierleder gibt es in vielen unterschiedlichen Farben und sogar mit Mustern. Erhältlich sind Produkte aus Papierleder zum Beispiel bei Paper & Sons oder auch bei Papero.

Die Kraftpapier-Rucksäcke von Paper & Sons sind handgefertigt und überzeugen durch ihr einzigartiges Design. © Paper & Sons
Auch die nachhaltigen Rucksäcke aus FSC-zertifizierten Kraftpapier von Papero sind eine gute Alternative für herkömmliches Leder. © Papero

Veganes Leder ist die Zukunft

Tierisches Leder bringt viele Nachteile mit sich. Vor allem natürlich für die Tiere, welche geschlachtet und ausgebeutet werden. Doch auch die Umwelt leidet, denn für den Futteranbau werden gigantische Wälder gerodet und das Trinkwasser durch die Gerbereien verschmutzt. Auch die Menschen in der Lederproduktion schuften unter unwürdigen Bedingungen und riskieren ihre Gesundheit. Umso erfreulicher ist es, dass immer mehr Unternehmen umdenken und neue Materialien entwickeln, die nicht nur tierleidfrei sind, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit und Optik immer mehr überzeugen können. Zwei wesentliche Herausforderungen gilt es allerdings noch zu lösen: Zum einen besitzen zahlreiche vegane Lederalternativen noch immer einen beachtlichen Teil an synthetischen Binde- oder Trägerstoffen, zum anderen lassen sich viele vegane Leder noch nicht in industrietauglichen Mengen herstellen. Bei der Vielfalt an Innovationen, die bereits jetzt auf dem Markt verfügbar sind, darf man jedoch optimistisch bleiben, dass auch diese Hürden noch genommen werden und tierisches Leder hoffentlich bald der Vergangenheit angehört. Welches vegane Leder hast Du schon kennengelernt oder findest Du besonders spannend? Schreib es gerne in die Kommentare!

Die wichtigsten Fragen rund um veganes Leder

Was versteht man unter veganes Leder?

Herkömmliches Leder besteht aus Tierhäuten von Kühen, Schafen, Schweinen oder auch Krokodilen oder Schlangen. Veganes Leder ist frei von jeglichen tierischen Materialien und setzt stattdessen auf synthetische oder pflanzliche Stoffe – oder eine Mischung aus beiden.

Welches Material ist veganes Leder?

Veganes Leder kann aus vielfältigen Materialien bestehen. Am häufigsten findet man synthetisches PU-Leder oder recycelte Kunstleder aus PET-Flaschen, aber auch pflanzliche Materialien wie Ananasleder, Pilzleder, Kaktusleder, Apfelleder sowie Kork sind auf dem Vormarsch.

Ist veganes Leder Kunstleder?

Veganes Leder kann aus synthetischen Fasern wie Polyurethan (PU) bestehen, was zu den Kunstledern gehört. Allerdings gibt es immer mehr vegane Leder, die auf pflanzliche Trägermaterialien aus zum Beispiel Ananasblättern, Pilzen, Äpfeln oder Kakteen setzen. Nicht jedes Kunstleder hingegen muss vegan sein, da beispielsweise die verwendeten Kleber tierische Bestandteile enthalten können.

Ist veganes Leder besser?

Tierisches Leder bedeutet schreckliches Tierleid und hat fatale Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Gesundheit. Veganes Leder besteht aus synthetischen und pflanzlichen Fasern, die kein Tierleid verursachen und zudem oft umweltschonender und sozialverträglicher produziert werden. Veganes Leder wie Kork ist besonders natürlich und stammt überwiegend aus Südeuropa – daher ist es besonders empfehlenswert. Selbst Kunstleder aus Polyurethan (PU) schneidet laut Higg MSI-Index trotz all seiner Nachteile viermal besser ab in puncto Nachhaltigkeit als echtes Leder.

Woraus besteht veganes Leder?

Veganes Leder kann aus synthetischen Fasern wie Polyurethan (PU) oder recycelten PET-Flaschen bestehen sowie aus pflanzlichen Fasern, die aus Äpfeln, Weintrauben, Pilzen oder Kakteen gewonnen werden. Oft werden die pflanzlichen Fasern mit den synthetischen vermischt, um die Haltbarkeit zu verbessern. Ein besonders natürliches veganes Leder ist zudem Kork.

Welche Arten Pflanzenleder gibt es?

Pflanzenleder ist vielseitig und immer wieder werden neue interessante Fasern entdeckt, die als Lederalternative eingesetzt werden können. Aktuell sind besonders Pflanzenleder aus Ananasblättern (Piñatex), Äpfeln, Weintrauben, Pilzen, Bananen oder Kakteen auf dem Vormarsch. Auch Leder aus Kaffeebohnen, Teakblättern, Holz, Papier oder Kork werden eingesetzt.

Quellen:

[1] https://leder-fritz.de/blog/geschichte-kunstleder/

[2] https://www.peta.de/themen/13-fakten-die-uns-die-globale-lederindustrie-verheimlicht/

[3] https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/leather-goods-market

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164751/umfrage/umsatz-der-leder-und-schuhindustrie/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20den%20Umsatz,rund%202%2C6%20Milliarden%20Euro.

[5] https://www.peta.de/themen/leder/

[6] https://www.petazwei.de/artikel/leder-kunstleder-nachhaltig/

[7] https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2020/07/erstaunliches-ergebnis-so-nachhaltig-ist-veganes-leder

[8] https://utopia.de/ratgeber/apfelleder-besonderheiten-pflege-und-spannende-produkte/

[9] https://www.schreinerzeitung.ch/de/artikel/holz-macht-sich-schick

Titelbild: #1192112626 by Penelope Graßhoff on istockphoto.com
Leder in Sonne: #1355529053 by Kutredrig on istockphoto.com
Verschmutztes Wasser: #510001948 by SergeyNikolov on istockphoto.com

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.